Franz Josef Noflaner

Biografie
Franz Noflaner war ein Südtiroler Schriftsteller, Maler und Zeichner. Er wuchs als zweites von acht Kindern in einem deutschsprachigen familiären Umfeld auf. Nach der Grundschule, einer Fachausbildung und Bildhauerlehre arbeitete er im väterlichen Betrieb als Schnitzer und Restaurator. Früh begeisterte er sich an den Klassikern der deutschen Literatur und begann mit 22 Jahren selbst literarische Texte zu verfassen. Der Entschluss, Schriftsteller zu werden, führte zu einem Zerwürfnis mit dem Vater, woraufhin Franz die Mitarbeit im Familienbetrieb beendete und sich fortan als Arbeiter und Handlanger bei Baufirmen und als Restaurator den Lebensunterhalt verdiente und anschließend auf autodidaktische Weise das Medium der Malerei und Zeichnung entdeckte..
Noflaner hat seine Lebensführung der Bestimmung als Schriftsteller und Maler untergeordnet und dafür die Rolle des Außenseiters und geistigen Abenteurers in Kauf genommen. In seiner exzentrischen Bedürfnislosigkeit, gepaart mit einer künstlerischen und intellektuellen Unbescheidenheit war er einem kleinen Kreis von Künstlern und Freunden von Anfang an Leitfigur und Wegweiser.

Das künstlerische Werk
Bei allen Unterschieden zwischen der Welt des Wortes und der Welt der Bilder Franz J. Noflaner gibt es einige unübersehbare Parallelen. Sowohl das literarische wie das malerische Werk thematisieren die Gegensätze zwischen der Welt der Realität und jener der Poesie und Imagination. Mit beiden steht Noflaner außerhalb der »modernen« Strömungen in der Kunst und Literatur seiner Zeit.
Die Malerei und Zeichnung konzentriert sich auf eine Serie thematischer Motive und Themen: Menschen, Natur, Berge, Tiere sind zu synthetischen Figurationen verflochten, und sie verkünden eine Einheit von Naturerscheinung und Menschenreich. Die Darstellung des Mysteriums Mensch beinhaltet ein hohes psychisches Potential und ist eingebunden in ein Geflecht von Metamorphosen und Transformationen, es sind Bilder von einer umfassenden Ganzheit des Lebens und der Materie, der Einheit von Mensch und Natur.[2] Formale Anklänge an Picasso, Matisse, an die Art Brut oder naive Malerei fügen sich ein in einen archaisch-flächigen Bildaufbau und in die Imagination einer eigenen Realität. Auch hier lassen sich die poetischen Pathosformeln als ein Anspruch auf Dauerhaftigkeit und Zeitlosigkeit der zentralen Botschaften deuten. Die Bilder von Noflaner erweisen sich als Denkbilder, sie aktualisieren den Konflikt zwischen Idealität und Realität und fordern zu einer Prüfung der Gegensätze heraus.

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