Philipp Eyrich

Die Entstehungsphase der Skulptur ist eine sehr zeitaufwendige Arbeit. Für den Künstler Philipp Eyrich ist es wie ein variables Puzzle, das sich langsam und immer wieder durch genaues Beobachten und Begutachten ergibt. Es ist ihm sehr wichtig dem jeweiligen Material seine Reinheit und Charakteristik zu überlassen. Peter Zumptor schreibt: „Es ist die Zeit und die Reinheit die man braucht, um etwas Besonderes und passendes zu schaffen“. Ein bevorzugter Werkstoff für Philipp Eyrich ist der rohe Beton. Inspiriert wurde der Künstler von dem brutalistischen Stil der Gebäude und Denkmäler, die in den Siebzigerjahren, besonders, in der Sowjetunion entstandenen sind. Diese tragen heute noch ihren Glanz im grauen Gold. Das Material das zum Großteil die Baukunst der Menschheit symbolisiert, kann uns immer wieder mit neuen unterschiedlichen Strukturen zum Staunen bringen. Beton ist Träger und Medium in einem.
Doch Philipp konzipiert seine Arbeiten nicht ausschließlich aus Beton, sondern er verwendet verschiedene Materialien wie Stahl, Aluminium und Holz.

Schritt für Schritt, mit viel Energie entsteht die Form, welche noch nicht genau verrät wie sich das Objekt entwickelt. Die künstlerische Ambition Eyrichs ist es der Skulptur eine innere Ausstrahlung und einen gewissen Charme zu verleihen. Das die Entstehungsfase einer Skulptur mit großen Spannungen und Emotionen verbunden ist unterstreicht die russische Bildhauerin Louise Nevelson folgendermaßen: „Den Schaffungsprozess zeichnet die Notwendigkeit aus, in sich zu gehen und zu graben. Es liegt in der Natur des Schaffensprozesses, dass es sich nicht um einen Akt ruhmreicher Außendarstellungen handelt, sondern um einen schmerzhaften, schwierigen Vorgang im Inneren“.

Philipps Skulpturen verbreiten viel Kraft und Energie im Raum, denn sie sind bestrebt die formalen Grenzen zu sprengen. Oft sind es spitze Kanten oder lange Stahlplatten die den Kontakt im Umfeld suchen. Es sind Linien und Knäuel die den Betrachter zum gegenseitigen Dialog einladen. Man ist bestrebt sich hinein zu tauchen, darin herumzuwandern und die eigenen Gedanken schweifen zu lassen. Damit öffnet uns Philipp ein großes gedankliches Erlebnis den wir in individueller Freiheit genießen können. Genau darum handelt der heutige Kunstbegriff, die Freiheit auszudrücken und zu verkörpern. Nur so kann der Mensch Entwicklungsimpulse in die Welt weitertragen und entstehen lassen.
Der Musiker Hector Berlioz unterstreicht dazu: „Kunst fordert Freiheit“.

Die Kunstwerke von Philipp Eyrich sind von einem starken Mittelpunkt gekennzeichnet. Linien und Formen führen zu einem energetischen Zentrum. Es sind skulpturale Werke die trotz der weit ausragenden Stacheln, Spitzen und Kanten, von einem stabilen und statischen Körper festgehalten werden. Oft könnte man in seinen Skulpturen organische Formen erahnen, aber sie haben keineswegs diese Absicht. Gerade dieses Aufeinandertreffen von biologischer Wirklichkeit und gedanklich erzeugter Vorstellung, machen seine Arbeiten umso spannender.
Wer die realen Formen verlässt muss sich bewegen. Diese Herausforderung hat Philipp auf sich zugenommen und präsentiert uns jetzt mit seinen Skulpturen eine vollkommen neue, synthetische Formensprache. Bei der Entstehungsphase seiner Skulpturen geht es immer um ein Sammeln und Weglassen und schließlich um ein Ordnen und hervorheben des Wesentlichen.
Durch die Verwendung dieser besonderen Materialien erhalten Philipps Skulpturen noch eine zusätzliche, künstliche und unnatürliche Eigenschaft. Diese seine bewusst gewollte und hervorgerufene Ausdrucksform weist uns auf einer sterilen und von der Menschheit manipulierten Welt unserer Zeit. Angesichts seiner Kunst wird unser Bewusstsein für die heutige menschlichen Verantwortung gestärkt. Es sind tiefe Aussagen die man bei tieferer Aufmerksamkeit empfinden kann.

Bei all der Auseinandersetzung mit Philipps Kunst verspürt man in besonderer Weise, die kreisende Energie, die sich aus einem konzentrierten Kern ausbreitet. Sie führt uns zurück auf den Ursprung alles Seins unseres Kosmos.
Kostner Valentine


CV - Philipp-Emanuel Eyrich geb. 12.06.88

Ausstellungen

2018

  • Offen auf AEG
  • Jahresausstellung der AdBK Nürnberg
  • Galerie Massimo Carassi „The Flat“, Mailand
  • Galerie Von und Von, Nürnberg
  • „Bembicolombo“ Miranda Gou Gallery, New York
  • Galerie Störpunkt, München
  • „Wipshow“ RCA, London

2017

  • Absolventenausstellung AdBK Nürnberg
  • „UMl20“ Akademie Galerie
  • Jahresausstellung AdBK Nürnberg
  • Edelextra
  • „All in and Everything out“ Raum für Zeitgenössische Kunst Nürnberg

2016

  • „Scheitern“ Kunstverein Essenheim
  • Frühjahrsrundgang auf AEG
  • „ Jahresausstellung der AdBK Nürnberg
  • Ausstellungslabor 18 AdBK Nürnberg
  • Offen auf AEG
  • Borgoorsamble Sommerrundgang

2015

  • „Gold“ Kunstverein Schwabach
  • „Verschärft“ Herr Henning Nürnberg
  • „Klassenfahrt“ Evelyn Drewes Galerie Hamburg
  • Jahresausstellung der AdBK Nürnberg
  • „Größenwahn“ Im „Heute“ (Raum für Zeitgenössische Kunst) Nürnberg

2014

  • „Konflikt“ katholische Akademie München
  • Jahresausstellung der AdBK Nürnberg
  • Distant Grounds Festival Griechenland

2013 Beginn des Studiums Schwerpunkt Bildhauerei bei Prof. Ottmar Hörl
2011 - 2013 Weltreise
2011 Anerkennungsjahr Aktivspielplatz Megilo. Erzieher Fachhochschulreife
2007 evang. Fachakademie für Sozialpädagogik Nürnber
2006 Zivildienst Spielmobile Nürnberg

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